Holger Walter

Holger Walter ist der erste Preisträger der Stiftung Ann Wolff Collection.
Walter ist ein exzellenter Bildhauer und präsentiert Skulpturen aus Stein, Zeichnungen und seine erste preisgekrönte Arbeit aus Glas.

 

Zur realisierten Glas-Skulptur:

Meine bisherigen Ideen realisierte ich zum einen mit dem Naturmaterial Stein, zum anderen mit Arbeiten auf Papier, wie Tiefdrucken und Tusche-Zeichnungen.

Stein ist ein relativ verschlossenes Material.

Ich öffne es durch radikale, aber präzise Eingriffe. Diese „Aushöhlungen“ oder „Ausgrabungen“ lassen dadurch Licht in das innere des Steins wo zuvor keines möglich war.

Der schwere Stein bekommt trotz seiner natürlichen Massivität dadurch eine gewisse Leichtigkeit und gewinnt an Dynamik.

Bei meinen Papierarbeiten entstehen beispielsweise durch Überlagerung zweier Schwarztöne leere Papierräume welche durch die sie umgebenden Tuschefelder an Leuchtkraft gewinnen. Die „Leere“ dieser kleinen Papierräume leuchtet aus der Zeichnung hervor.

Beim Gedanken, wie ich mit massivem Glas umgehen könnte und wie ich das Wesen des massiven Glases für meine Arbeit nutzen könnte, kristallisierte sich diese Idee heraus.

Beschreibung:

Das ursprüngliche Modell für meinen Glasguss wurde nicht wie bei Ann Wolff in Ton modelliert, also plastisch angelegt, sondern ich wählte den Weg des skulpturalen Eingriffs.

Als Modell wählte ich einen rechteckigen, gesägten Sandsteinblock aus meinem Atelier.  Seine Oberseite bildet eine schräge Bruchhaut. Der rohe Stein mit seinen teilweise abgebrochenen Kanten und Sägestriemen an der Oberfläche unterstreicht das Vorhaben als Experiment.

Auf der Unterseite des Steins, also der Standfläche, wurde ein leerer rechteckiger Raum herausgehauen. Er wurde derart angelegt, dass seine Grundfläche zu der Grundfläche des Steinblockes um einige Grad verschoben wurde.

Als Farbe für den zu realisierenden Glasguss wählte ich anhand von Mustergläsern einen  bestimmten Grauton aus. Bei der Farbe des Glases war mir wichtig, dass sie möglichst zurückhaltend und neutral wirkt. Die Farbe sollte nicht das Auge „bestechen“ und nicht zu dekorativ wirken, um nicht von der reinen Form abzulenken.

Die Idee:

Das Wesen des Glases ist die Leitfähigkeit des Lichtes. Die Möglichkeit den geschlossenen Block zu durchleuchten hatte mich angeregt dieses Experiment in meiner ersten Glasarbeit einzugehen.

Mich interessierte die Möglichkeit den verborgenen Leerraum im Innern des Blockes durch das hindurch scheinende Licht erkennbar und spürbar zu machen.

Es sollte aber kein poliertes „Schaufenster“, also keine polierte Glasfläche den inneren Raum völlig offen präsentieren. Das wäre mir zu aufdringlich gewesen und hätte der Idee widersprochen.

Deshalb ließ ich die Außenflächen bewusst rau und ungeglättet. Sie erscheinen im Abguss matt.

Der Glasblock wirkt so durch seine Farbigkeit und Verschlossenheit auf den ersten Blick wie ein grauer Stein. Erst beim näheren betrachten nimmt man den zart schimmernden inneren Leerraum wahr.

Holger Walter

Juni 2011

www.holger-walter-atelier.de

Glaskunst Holger Walter in der Galerie B

Glaskunst Holger Walter in der Galerie B Titel: Innere Dimension, 2010, geschmolzenes Glas, Hoehe 47 x 35 x 23,5cm Glaskunst Holger Walter in der Galerie B Holger Walter Glaskunst Holger Walter in der Galerie B Holger Walter Glaskunst Holger Walter in der Galerie B Holger Walter Glaskunst Holger Walter in der Galerie B Titel: Innere Dimension, 2010, geschmolzenes Glas, Hoehe 47 x 35 x 23,5cm Glaskunst Holger Walter in der Galerie B Holger Walter