„Lichtgestalten“ - eine Einzelausstellung mit Werken von Aurelia Waßer

21. Juni 2015 - 31. Oktober 2015

 Aurelia Waßer ist 1972 in Stuttgart geboren, absolvierte nach dem Abitur eine private Ausbildung der Malerei und begann ihre Laufbahn mit Zeichnungen. Zuerst malte sie Porträts, dann Seelenlandschaften, nach dem Motto der Romantik: male nicht was du siehst, sondern was du in dir siehst! Sanft melancholisch hat Waßer in dunklen, gedeckten Tönen aus Asche, Sägemehl, Bienenwachs und Pigmenten bewegende Bilder geschaffen, die von der Lichtführung an die Landschaftsmalereien von William Turner erinnern. Allerdings sind Aurelia Waßers Landschaften psychologischer Natur. Hier finden sich schon vereinzelt Gestalten, die sie später dann in Skulpturen umsetzt.

Nach den inneren Geographien wendet sie sich seit einigen Jahren vollständig den Skulpturen zu. 2011 entstanden dunkle Gestalten, die „Gefangenen der Nacht“. Das änderte sich im Folgejahr, die Figuren wurden deutlich heller. Sie treten mit ihren weißen Gewändern aus der Dunkelheit ans Licht.
Der Titel ist Programm: In ihren Lichtgestalten aus hand¬geschöpften Nepalpapier formt sie hohe, schmale Gestalten, die eigenartig zu leuchten scheinen aus lichtdurchlässigem Papier. Schicht um Schicht legt sie das seidige, transparente, hauchdünne Papier, das eine zarte Schwingung transportiert, übereinander und türmt es über den Glassockel, ohne weitere Stütze, in die Höhe.

Dazu taucht sie ihre Hände in einen speziellen Binder und gibt dem Papier in vielen Arbeitsschritten, Wölbungen und Formungen Gestalt. Die Oberfläche gleicht geographischen Phänomenen. Manchmal haben diese Gestalten Hände wie Flügel, ein anders Mal ähneln sie schmalen beinahe körperlosen Wesen ohne Glieder. Das Bindemittel härtet das Papier aus und versiegelt die Oberfläche. Die Skulpturen sind sehr robust und wirken, je nach Lichteinfall, fast wie aus Marmor.

Jede Gestalt ist anders, individuell, auch wenn sie nur als Silhouette erkennbar ist. Spannend ist auch der Faltenwurf der Gewänder, der sich ins Offene wendet, in einer Art von Bewegung oder im Tanz.
Bei einigen Skulpturen sind in dem Sockel LED Lämpchen angebracht, so dass die Skulpturen geheimnisvoll leuchten.

In der aktuellen Einzelausstellung sind sowohl Skulpturen als auch Malerei zu sehen.

Lesen Sie hier die Eröffnungsrede zur Vernissage, geschrieben und vorgetragen von Stefan Jooß.

 

 

Traegerin des Lichts I-2014-Ausschnitt-j

Lichtgestalt XVIII-2013-hinten-j Lichtgestalt XXIII-2013 59 cm, Handgeschöpftes Papier, Glas Methamorphose IV-2013-hinten-j Metamorphose IV-2013 64 cm, Handgeschöpftes Papier, Glas Traegerin des Lichts I-2014-2 Traegerin des Lichts I-2014-2, 58 cm, Handgeschöpftes Papier Innerer See II-2013-3 Innerer See II-2013 100 x 120 cm, Mischtechnik auf Leinwand Innerer See VI-2014 Innerer See VI-2014 , Mischtechnik auf Leinwand Feuertanz I-2013-groß Feuertanz I-2013, Mischtechnik auf Leinwand Die Schwebenden III-2015 mit Lebensgeflecht III Die schwebenden III 2015 Lichtgestalt XI-2015-frontal Lichtgestalt XI 2015 Lichtgestalt XII-2015-frontal-n1 Lichtgestalt XII 2015 Metamorphose IV-2015-s-hinten Metamorphose IV 2015 Metamorphose V-2015-seitlich-hinten-lebensgroß Metamorphose V 2015 Trägerin des Lichts III-2015-frontal Trägerin des Lichts III 2015