Erwin Eisch - Paolo Martinuzzi - Ann Wolff

12. November 2012 -  31. März verlängert bis 14. Mai 2013

Zum Jubiläum "20 Jahre Galerie B" werden Arbeiten der „Stammkünstler“ in wechselnden Gruppenausstellungen präsentiert und somit auch die vielen Facetten zeitgenössischer Kunst aus Glas sichtbar.

Drei Pioniere der Glaskunst beenden den Jubiläumsreigen. Glas verbindet sie alle, aber ihre Ausdrucksformen sind sehr verschieden. Vom 12. November 2012 bis zum 31. März verlängert bis 14. Mai 2013 werden Objekte aus Glas von drei renommierten Pionieren der Glaskunst gezeigt: Erwin EischPaolo Martinuzzi Ann Wolff. Alle drei sind Wegbereiter der zeitgenössischen Kunst aus Glas.

Der Künstler Erwin Eisch war einer der Mitbegründer der Studioglasbewegung, die 1962 in Amerika ihren Anfang nahm. Als Vorreiter dieser Bewegung etablierte er Glas als Kunstmedium in Europa. Die Studioglasbewegung ermöglichte es den Künstlern erstmals Glas selbst in kleinen Öfen zu brennen und damit als Material für ihre Werke zu verwenden, unabhängig von den großen Öfen und Glashütten.

Erwin Eisch wurde 1927 in Frauenau im Bayerischen Wald in eine Glasmacher-Familie geboren. Als Glaskünstler von Weltrang hat Eisch einem der ältesten Werkstoffe immer wieder neue Formen und Inhalte buchstäblich „eingeblasen“. Inzwischen steht die Malerei im Vordergrund, die ihn jedoch neben den Skulpturen und Objekten aus Glas immer schon beschäftigt hat. Mal figurativ, mal abstrakt verwischen sich bei Eischs Werk die Grenzen.

Auch Ann Wolff machte als eine der Gründerinnen der internationalen Studioglasbewegung bereits Ende der 60er Jahre weltweit auf sich aufmerksam. In ihrer 50 Jahre langen Karriere hat die Bildhauerin immer wieder Werke geschaffen, die zum Nachdenken anregen. Jetzt wurde die 1937 in Lübeck geborene und lange in Schweden lebende Künstlerin in Straßburg mit dem europäischen Kulturpreis für ihr Gesamtwerk geehrt. Sie hat sich ein Leben lang mit dem Material Glas beschäftigt. Weiblichkeit und Behausung sind immer wieder Themen, die bei ihr eine große Rolle spielen. Meist sind ihre Objekte einfarbig, oft in warmen Erdtönen gehalten. Sie strahlen Ruhe und Kraft aus. Ann Wolff hat das Glas in verschiedenen Aggregatszuständen bearbeitet, geformt, gegossen, bemalt. Mal kamen dabei abstrakte Objekte heraus, mal Figuren, die Geschichten erzählen.

Paolo Martinuzzi, ebenfalls einer der Pioniere in Sachen Glaskunst, ritzt Figuren auf Klarglas. Manchmal verwendet er alte Fensterscheiben und graviert darauf Menschen.  Immer steht der Mensch im Mittelpunkt seiner Arbeit. Seine Gesichter und Figuren erzählen Bände. Martinuzzi, der im kommenden Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, kombiniert frei geblasene Glasformen, die er mit dem Stahlstift graviert. Diese Objekte stellt er auf Sockel aus Eisen und Holz. Die Werke des Venezianers, der seit Jahrzehnten zwischen Deutschland und Italien pendelt, gelten in ihrer Strenge als Antwort auf manche Auswüchse in Murano.

Die Galerie B, Glas der Gegenwart in Sinzheim/Baden-Baden präsentiert vom 12. November 2012 bis 31. März 2013 neue Arbeiten dieser drei Künstler.

Erwin Eisch

Skulptur Bronze DSC08927 DSC08929