Josepha Gasch-Muche - Franz Xaver Höller - Julius Weiland

7. April 2012 – 7. Juli 2012

Zum Jubiläum "20 Jahre Galerie B" wird es dieses Jahr erstmals keine Einzelausstellungen geben. Vielmehr werden Arbeiten der „Stammkünstler“ in wechselnden Gruppenausstellungen präsentiert und somit auch die vielen Facetten zeitgenössischer Kunst aus Glas sichtbar.
Drei Künstler aus Deutschland eröffnen den Jubiläumsreigen, bei dem alle zwei bis drei Monate eine kleine Gruppe von Künstlern aus der Galerie B vorgestellt werden. Glas verbindet sie alle, aber ihre Ausdrucksformen sind sehr verschieden. Den Anfang machen Josepha Gasch-Muche, Franz Xaver Höller und Julius Weiland.

Die Galerie B präsentiert vom 7. April 2012 bis 7. Juli 2012 neue Arbeiten dieser drei Künstler.

Hauchdünne, gesplitterte Glasflächen schichtet Josepha Gasch-Muche auf Leinwände oder feste Untergründe. Die Künstlerin verarbeitet tausende von kleinen Display-Gläsern in faszinierende Kunstwerke. Unterschiedlicher Lichteinfall verändert die Objekte immer wieder aufs Neue.
Josepha Gasch-Muche ist 1944 geboren, hat Anfang der 80er Jahre bei Boris Kleint und Günter Swiderski in Saarbrücken und Trier ihr Kunststudium absolviert. Dabei konzentrierte sie sich zunächst im Wesentlichen auf das Zeichnen und Radieren. Nebenbei übten aber auch Abfallmaterialien aus Handwerk und Industrie eine starke Faszination auf sie aus. So gestaltete sie mit Drahtresten, Eisenspänen und Graphitstaub Strukturbilder auf Holz, Leinwand und Plexiglas. Der Kontakt mit den hauchdünnen Displaygläsern war dann gegen Ende der 90er Jahre eher Zufall. Heute bestimmt diese Technik in hoher Perfektion das Werk von Josepha Gasch-Muche. Geometrische Formen wie Quadrat und Pyramide stehen dieses Mal im Zentrum.

Franz Xaver Höller schafft sehr oft mehrteilige Objekte, meist Paare. Der 1950 geborene Künstler gilt international als einer der Meister der Glasgravur und des Schliffs. Polarität bestimmt unser Leben: Tag - Nacht, Leben - Tod, das Verbindende - das Trennende, davon lässt sich Höller inspirieren. Er reizt mit seiner Technik die Grenze des Materials aus, lässt es an manchen Stellen Millimeter dünn stehen, am Rande der Zerbrechlichkeit, wie bei seinen Ballons. Filigrane Wellen, Knicke und Falten scheinen seine Objekte in Bewegung zu halten. Feine Poren und Risse durchziehen die Oberfläche. Neue rote Objekte, flache Teller und Ballons werden zu sehen sein.

Julius Weiland nutzt für seine Skulpturen unterschiedliche Materialien wie Glas, Kunststoff und Neonfarben. Seinen Durchbruch schaffte er mit großformatigen Objekten durch das Verschmelzen zahlloser Abschnitte maschinell gezogener Glasröhren, die eigentlich für die Laborindustrie produziert werden. Weiland ist 1971 in Lübeck geboren. Er studierte Industrie-Design an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Ann Wolff und Katsuhito Nishikawa. Während des Studiums absolvierte er ein Praktikum in der schwedischen Glasindustrie und erhielt ein Stipendium an der Pilchuck Glass School in Seattle.
Er schafft Objekte mit erstaunlicher Variationsbreite, die Chaos und Ordnung thematisieren. Sie bauen auch zueinander und untereinander eine große Spannung auf. Seine farbigen Klarglasobjekte von pink bis neon wachsen als echte Hingucker organisch in die Höhe.

Rund 20 filigrane Objekte aus Glas, teils in schwarz-weiß, teils in kräftigen Farben werden in dieser Gruppenausstellung in der Galerie B zu entdecken sein.

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